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Spaccanapoli

  • Historisches Viertel
  • 4.6
  • Preis: Kostenlos
  • Öffnungszeiten: Durchgehend geöffnet
Wegbeschreibung
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Geschichte

Die Straße gehört zum ursprünglichen Straßenraster, das Neapolis erhielt, als griechische Siedler die Stadt um 470 v. Chr. neu gründeten und drei parallele decumani in Ost-West-Richtung anlegten, gekreuzt von schmaleren cardines in Nord-Süd-Richtung; der decumano inferiore, aus dem später die Spaccanapoli wurde, war der südlichste und am tiefsten gelegene der drei. Bemerkenswert ist nicht nur das Alter dieses Grundrisses, sondern seine Beständigkeit: Der heute sichtbare Straßenverlauf, samt Blockbreiten, folgt größtenteils noch immer dem Raster, das die Griechen vor rund zweieinhalbtausend Jahren erstmals vermaßen — überbaut und wieder aufgebaut von Römern, mittelalterlichen Neapolitanern und allen, die seither kamen, ohne je begradigt worden zu sein.

Mit dem Wachstum der Stadt erhielt die Straße auf ihrer Länge unterschiedliche Namen, statt durchgehend einen einzigen zu behalten. Im ersten Abschnitt unterhalb der Piazza del Gesù Nuovo heißt sie Via Benedetto Croce, benannt nach dem Philosophen, der Jahrzehnte lang in diesem Straßenzug lebte und 1952 im Palazzo Filomarino starb, bevor sie weiter in Richtung Via San Biagio dei Librai übergeht — einem Abschnitt, der seit langem mit Goldschmieden und Buchhändlern verbunden ist, deren Ladenschilder die Fassaden noch heute prägen.

Wussten Sie schon?

Der Name Spaccanapoli, „Neapel-Spalter", war nie eine offizielle Bezeichnung; er entstand informell unter Einheimischen und Besuchern, die damit genau beschrieben, was die Straße tut, und der Effekt lässt sich am besten von oben würdigen — von den Terrassen des Castel Sant'Elmo oder der Certosa di San Martino auf dem Hügel Vomero aus, wo sich die Linie, die die Altstadt in zwei Hälften teilt, scharf gegen die umliegende Dachlandschaft abzeichnet.

Nur wenige Schritte von der Straße entfernt besteht die grob behauene Steinfassade der Kirche Gesù Nuovo tatsächlich aus wiederverwendetem Mauerwerk des Palazzo Sanseverino, jenes Adelspalastes, den die Jesuiten Ende des 16. Jahrhunderts übernahmen und in eine Kirche umwandelten. Die diamantförmig behauenen Steinblöcke tragen rätselhafte eingeritzte Zeichen, die manche Forscher — nicht unumstritten — als eine Art musikalische Notation gedeutet haben, während die ältere lokale Überlieferung sie schlicht als Geheimsprache der Steinmetze bezeichnet, die sie einst einritzten.

Gut zu wissen

Es gibt weder Eintritt noch feste Öffnungszeiten: Die Spaccanapoli ist eine öffentliche Straße, tagsüber am belebtesten mit Einkaufenden, Studierenden und Marktständen, abends am lebhaftesten rund um die Piazza San Domenico Maggiore und die Bars nahe der Via San Biagio dei Librai. Unterwegs führt sie direkt an den Eingängen von Gesù Nuovo, dem Klosterkomplex von Santa Chiara und der Kirche San Domenico Maggiore vorbei, wobei die Via San Gregorio Armeno auf halbem Weg abzweigt — sie eignet sich damit gut als Rückgrat einer Spazierroute statt als einzelner Programmpunkt.

Das vulkanische Steinpflaster, der basolato, das hier seit Jahrhunderten den Fußverkehr trägt, ist uneben und kann bei Nässe rutschig werden, weshalb bequemes Schuhwerk hier mehr zählt als fast überall sonst in der Innenstadt. Der frühe Morgen bietet den klarsten Blick die schnurgerade Straße entlang für Fotos, bevor Menschenmengen und geparkte Motorroller das Bild füllen; am Abend wird derselbe Abschnitt zu einem der lebendigsten Orte der Altstadt für Street Food und einen gemütlichen Spaziergang nach dem Essen.